Ein Bericht zum „Spezialkurs Unterwasserarchäologie 1“ in der Kieler Förde

Neue Wracks erkunden? Altertümliche Schätze finden? Ferne Ziele bereisen? Eines unserer letzten Abenteuer in diesen Zeiten? Lara Croft und Indiana Jones lassen grüßen!

Dieser Kurs hat uns (Simone und mir) gezeigt das es doch ganz anders, aber nicht minder aufregend ist.

Aufgrund einer persönlichen Empfehlung wurde mir der Kurs nahegebracht. Der Kursleiter Dr.rer.nat. Florian Huber „Floh“ war mir bereits von Veranstaltungen in Hamburg und auch von der TV Sendung „Terra X“ bekannt. Seine beiden Bücher „Tauchgang ins Totenreich und Kein Engländer soll das Boot betreten – Die letzte Fahrt von UC 71“ habe ich sinnbildlich verschlungen.

So kam es dann, dass ich mich bereits im Frühjahr dieses Jahres dazu entschloss, mein Horizont zu erweitern. Allein oder im Team? Leider konnte ich zunächst keine weiteren Taucher dafür begeistern (der Kurs ist auch nicht ganz günstig). Letztendlich hatte ich aber bei „Mone“ das Feuer entfacht (Sie ist mir auch heute noch dankbar dafür!)

Der drei Tage Kurs fing dann am Freitag den 06.09 im Seebad Kiel Holtenau (die Helmtaucher unter uns wissen wo das ist) statt:

Tag 1

  • Begrüßung und Vorstellung/ Inhalte des Kurses
  • Was ist Archäologie/ Unterwasserarchäologie?
  • Fundplatzkategorien
  • Funderhaltung: Wasser als konservierendes Medium
  • Recht und Ethos – Denkmalschutzgesetze

In der Praxis haben wir dann anhand von Zeichnungen (Wetnotes) ein künstliches Wrack an der Oberfläche vermessen/dargestellt. Dieses wurde dann später in rund 4 Meter Tiefe versenkt und mit Boje markiert um es dann erneut unter Wasser zu zeichnen. Wichtig hierbei: beste Tarierung und ein sicheres Handling mit den Wetnotes.

Der Tag fand dann bei schönem Wetter gegen 17:00 Uhr sein Ende.
Fasziniert von den ganzen neuen Eindrücken ging es dann zunächst wieder Richtung Hamburg.

Tag 2

Wieder im Seebad Kiel Holtenau angekommen (bestes Wetter erwartet uns) entdeckt „Mone“ eine Flügellahme Seemöve. Tierschützerin Mone lässt nichts unversucht um das Tier anzulocken und einzufangen. Die später hinzukommende Feuerwehr hat leider auch kein Glück und macht sich wieder vom Acker. Warum sind wir eigentlich hier?

  • 36 Unesco Rules
  • Dokumentationstechniken
  • Datierungsmethoden

Obwohl es manchmal trockene Themen sind, schafft es Floh immer wieder unsere Aufmerksamkeit zu intensivieren. Er hat es drauf und ergänzt die Theorie immer wieder mit Praxisbeispielen die er mit der Firma „Submaris“ erlebt hat.

Wir sprechen über das Wasa Museum in Stockholm (Muss ich hin!!!), Pompeii und Baia an der Amalfiküste in Neapel (Guzzi wann…?). Auch über das Antikythera Mechanism Research Project.

„Es gibt noch so viel zu entdecken!“

In der Praxis folgt dann die Wrackuntersuchung – Skizze erstellen/Fundmeldung und Offsetvermessung

Die 3D Modellierung wurde anschließend in der Theorie erläutert

Die Teilnehmer (8 Personen aus Hamburg, Kiel, Wiesbaden und Gütersloh) kommen sehr gut mit einander aus. Es entsteht eine gute Gemeinschaft und der Spaß kommt auch nicht zu kurz.

Auch dieser Tag endet gegen 17:00 Uhr.

Nach einem kurzen „Check“ und Ausschau nach der flügellahmen Seemöve fahren Mone und ich wieder heim nach Hamburg.

Der Tag war wieder einmal spannend und mit viel Vorfreude auf den morgigen Tag (gehe ich) nicht zu spät ins Bett.

Tag 3

Wieder im Seebad angekommen geht Mone wieder auf Vogeljagd. Diesmal ausgestattet mit einem großen Karton in dem vormals die Gardinen von Lotti enthalten waren. So verrät es zumindest die Aufschrift.

Das Wetter ist hervorragend und Mone hat wieder kein Glück.

  • Theorie
  • Moderne Unterwasserarchaäologie
  • Zeichnungen auf Milimeterpapier um eine möglichst genaue Größe des Wracks zu ermitteln
  • Auswertungen
  • 3D Modellierung

In der Praxis werden mehrere Objekte (Vasen und Krüge) sowie ein Rasterrahmen mit unterschiedlichen Objekten wie Teller, Scherben, Lampen, Knochen im Wasser versenkt.

Auch hier gilt wieder bei bester Tarierung zu zeichnen und für die 3D Modellierung über Agisoft (Metashape) die Objekte rund herum ab zu fotografieren.

Der Tag neigt sich sehr schnell dem Ende zu. Diesmal ist bereits um 15:00 Uhr Feierabend.

Nach dem Feedback zum Seminar und diverse Ergänzungen zum Thema kommt das obligatorische „Fotoshooting“ der Teilnehmer. Freundschaften werden geschlossen und Verabredungen getroffen.

Mone versichert mir während der Rückfahrt nach Hamburg das Sie sehr glücklich ist, dass ich Sie ermuntert habe Teil von dieser Veranstaltung gewesen zu sein. Eine Einladung von Ihr zum Grillen wird folgen („jetzt muss Sie…“)

Fazit

Dieser Spezialkurs hat meine Erwartungen übertroffen. Den größten Anteil daran hat der Seminarleiter Doc. Florian Huber (Floh). Mein Interesse an Wracks und Funden unter der Oberfläche ist gestiegen. Allerdings immer mit dem Respekt vor Augen dem diese Dinge gebühren.

Jeder der ebenfalls Interesse daran hat, soll dieser Kurs unbedingt nahegelegt werden. Der zweite Kurs (SK UW II) findet einmal im Jahr am Walchensee statt. Mal sehen…

Eine Antwort auf „Ein Bericht zum „Spezialkurs Unterwasserarchäologie 1“ in der Kieler Förde“

  1. Lieber Roberto,
    danke für den großartigen Bericht! Ich hätte es nicht besser ausdrücken können!! Es war ein fantastischer Kurs…und ja, ich denke noch oft an „meine“ Möwe „Fridolin“ und sinniere darüber, wie es ihm wohl geht….ich schließe nicht aus, dies in Kürze nochmal selbst zu überprüfen oder Floh darum zu bitten, mal nach ihm zu sehen.
    Wer diesen Kurs belegen möchte, dem empfehle auch ich Doc („Indi“) Florian Huber wärmstens. Er läßt Geschichte lebendig werden.

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