Tauchen & Sicherheit

Ist Tauchen gefährlich? Angesichts regelmäßiger Pressemeldungen über Tauchunfälle könnte man sicher diesen Eindruck gewinnen. Betrachtet man darüber hinaus, dass der Mensch von der Natur nicht zum Leben unter Wasser vorgesehen wurde, diagnosis kann man mit Recht behaupten, dass es zumindest grundlegender Vorkehrungen bedarf um diesen Sport sicher ausüben zu können.

Wir wollen auf dieser Seite darstellen, mit welchen Methoden wir als Tauchclub Volksdorf e.V. den Risiken beim Tauchen begegnen und eine sichere Ausübung des Sports ermöglichen.

Diese Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt auch keine fundierte Tauchausbildung. Sie soll lediglich einen Einblick in den Maßnahmen zur Unfallvermeidung vom Tauchclub Volksdorf e.V. gewähren.

Die Ausbildung

Der Tauchclub Volksdorf e.V. verfolgt keine finanzielle Interessen. Dieser Satz hat für uns eine grundlegende Bedeutung, die sich insbesondere in der Gestaltung der Ausbildung wieder spiegelt: Alle Tauchlehrer, Übungsleiter, Vorstandsmitglieder und andere Vereinsmitglieder, die in der Ausbildung und Betreuung von Tauchern eingebunden sind, üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich und ebenfalls ohne finanzielle Interessen aus.
Dies hat zur direkten Folge, dass die angebotene Ausbildung ohne Kosten- und/oder Zeitdruck erfolgen kann. Jeder Taucher erhält die volle Aufmerksamkeit der Ausbilder, die praktischen Übungen werden i.d.R. im Verhältnis von EINEM Ausbilder zu EINEM Tauchschüler durchgeführt und können solange wiederholt werden, bis der Taucher die Übung sicher beherrscht.

Die Ausbildung zum Taucher erfolgt beim Tauchclub Volksdorf nach den gemeinsamen Richtlinien des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST – u.A. Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund) und der Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques (CMAS). Die Ausbildungsrichtlinien stellen sicher, dass Taucher die erforderlichen geistigen und körperlichen Mindestanforderungen erfüllen BEVOR die Ausbildung beginnen kann. Unter Anderem sind dort Altersgrenzen festgelegt, sowie eine spezielle medizinische Untersuchung durch einen Facharzt.

Sind die Eingangsvoraussetzungen erfüllt, kann mit der eigentlichen Ausbildung begonnen werden. Diese teilt sich in drei Hauptbereiche.

Theoretische Ausbildung

Die Theoretische Ausbildung umfasst unter Anderem die Themen Physik, Medizin, Technik, Notfallmaßnahmen und Umweltschutz. Der theoretische Teil wird mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen.

Praktische Ausbildung in der Halle

Die ersten Schritte eines jeden neuen Tauchers beim Tauchclub Volksdorf e.V. erfolgen in einer Schwimmhalle. Hier werden, in einer angenehmen und sicheren Umgebung, Schritt für Schritt angehende Taucher an das neue Medium herangeführt. Neben dem Umgang mit Maske, Schnorchel und Schwimmflossen, lernt der Anfänger den sicheren Umgang mit dem DTG (Drucklufttauchgerät) und  führt seine ersten Tauchgänge durch. Jeder Schritt wird mit einer kleinen Prüfung, einer sog. „Abnahme“ protokolliert. Während der Ausbildung in der Halle wird auch intensiv an der körperlichen Fitness der Tauchanfänger gearbeitet. Hierzu gibt es wöchentliche Termine und entsprechende „Abnahmen“.

Praktische Ausbildung in Freigewässer

Nachdem der Tauchanfänger sicher mit seiner Ausrüstung umgehen kann und auch über die nötige körperliche Fitness verfügt, erfolgen die ersten Tauchgänge in Seen, bzw. in der Ostsee, wo der Taucher erste „echte“ Taucherfahrung sammeln und sich auf weitere Abnahmen vorbereiten kann. All dies selbstverständlich immer in Begleitung eines qualifizierten Tauchausbilders.

Ausbildung abgeschlossen. Was nun?

Training

Tauchen ist ein körperlich herausfordernder Sport und körperliche Fitness ist eine Grundvoraussetzung für sicheres  Tauchen. Der Tauchclub Volksdorf e.V. bietet wöchentliche Trainings an, bei denen sich Taucher unter Anleitung von Tauchlehrern und Übungsleitern körperlich fit halten, sowie wichtige Übungen regelmäßig wiederholen können.

Fortbildung

Der Tauchclub Volksdorf e.V. bietet eine Reihe von Spezialkursen an, die darauf abzielen die Tauchsicherheit zu erhöhen und das Taucherlebnis noch interessanter zu machen. Darüber hinaus können Taucher weitere Prüfungen ablegen und sich höher zertifizieren lassen.

Verhalten bei Notfällen, bzw. Vermeidung von Gefahren

Trotz aller Vorsichtmaßnahmen kann es dennoch zu Unfällen kommen. Um im Notfall richtig zu reagieren, bietet der Tauchclub Volksdorf e.V. regelmäßig Kurse an. Unter Anderem: Umgang mit Sauerstoffnotallsystemen (z.B. Wenoll-Koffer), Umgang mit automatisierten externen Defibrilatoren (AED), Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort, Erkennung und Behandlung von Dekompressionsunfällen, Herz-Lungen-Wiederbelebung, Rettung von Verletzten, uvm.

Buddy-Teams und die Vier-Sterne-Regel

Unsere vielleicht wichtigste Regel bezieht sich auf die Art und Weise wie Tauchgruppen (Buddy Teams) zusammengestellt werden, denn im Tauchclub Volksdorf e.V. wird grundsätzlich niemals alleine getaucht.
Im Verein profitieren wir von der Gemeinschaft. Dieses Prinzip nutzen wir auch für die Sicherheit und so gilt, dass unerfahrene Taucher immer mit einem erfahreneren Taucher ein Team bilden müssen.
Zwei „Anfänger“ dürfen nach unseren Sicherheitsrichtlinien nicht zusammen ein Team bilden. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Taucher mit einer 1-Stern-Brevetierung (früher auch Bronze genannt) mindestens einen 3-Stern Taucher benötigt um ein Team zu bilden (1-Stern + 3-Sterne = 4 Sterne).

Tiefenbegrenzung

Zusätzlich zu der oben genannten „Vier-Sterne-Regel“, gilt eine allgemeine Tiefenbegrenzung je nach Brevetierungsstufe. Die nachfolgende Tabelle gibt einen allgemeinen Überblick über die möglichen Kombinationen und ihren jeweiligen Tiefenbegrenzungen.

Buddy- & Tiefentabelle*
Brevetstufe mit Brevetstufe Authorisierung Max. Tiefe
Taucher * –> Taucher * Nein
Taucher ** –> Taucher * bis 16 Jahre Nein
Taucher ** –> Taucher * Ja 20m
Taucher ** –> 2 Taucher * Nein
Taucher *** –> Taucher * bis 16 Jahre Ja 25m
Taucher *** –> Taucher * Ja 40m
Taucher *** –> Taucher ** Ja 40m
Taucher *** –> Taucher *** Ja 40m

 

 

 

 

 

 

 

 

* Die Buddy- und Tiefenregeln werden vom Tauchclub Volksdorf als Mindeststandards betrachtet. Tauchbasenbetreiber und Pächter von Seen haben in einigen Fällen strengere Hausregeln, an die wir uns selbstverständlich halten wenn wir dort zu Gast sind.
Unter bestimmten Voraussetzungen, ist ein Team bestehend aus einem 2-Stern- und einem 1-Stern-Taucher zulässig. Hierfür gelten dann besondere Tiefenbegrenzungen (s. Tabelle).

Ausrüstung & Buddy Check

Sämtliche Ausrüstungsgegenstände die im Rahmen der Tauchausbildung zur Verfügung gestellt werden, entsprechen den aktuellen Standarts (z.B. EN 250) und werden  regelmäßig nach Herstellerangaben gewartet und überholt.
Wenngleich jeder Taucher für seine eigene Ausrüstung selbst verantwortlich ist, werden alle unsere Mitglieder angehalten ihre Ausrüstung regelmäßig von einer autorisierten Werkstatt prüfen zu lassen.
Vor jedem Tauchgang erfolgt ein sog. Buddy Check. Hierbei prüfen Tauchpartner gegenseitig ihre Ausrüstung und stellen somit sicher, dass sie vollständig und funktionstüchtig ist und richtig angelegt wurde. Im Notfall muss jeder Taucher wissen, wie er seinem Buddy helfen kann.

Null-Promille-Grenze

Aufgrund der erhöhten Anforderungen beim Tauchen gilt ausnahmslos eine Null-Promille-Grenze für Alkohol und andere Rauschmittel.

Der Tauchclub Volksdorf e.V. ist bemüht durch Ausbildung und Aufklärung Unfälle zu vermeiden und betrachtet dies als eine seiner vornehmlichen Aufgaben. Wir lernen kontinuierlich dazu und heißen Verbesserungsvorschläge, die zu einer höheren Sicherheit beitragen, willkommen.  Seit der Vereinsgründung 1974, hat es beim Tauchclub Volksdorf e.V. keinen einzigen Tauchunfall bei Vereinsveranstaltungen gegeben. Darauf sind wir stolz, denn wir sehen es als Bestätigung unserer guten Ausbildungsarbeit.
Hast Du Fragen oder Anregungen? Schreib uns eine Nachricht unter Kontakt.
Weitere Informationen zu unserer Ausbildung kannst Du der Seite des VDST entnehmen.

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